Als Nick am nächsten Morgen aufstand, fühlte er sich wie gerädert. Er hatte sehr unruhig geschlafen und hatte auch etwas ein schlechtes Gewissen wegen Eva. Doch immer, wenn er darüber nachdachte, musst er nur in den Spiegel schauen, wo in seinem Gesicht ein wunderschönes Veilchen entstand und schon versuchte das Gefühl. Er stand gerade unter der Dusche als es klingelte, er ignorierte es, doch dann klopfte es auch noch und Nick stieg genervt aus der Dusche. Es war Sonntag, wer in Gottes Namen will was von mir. Dachte er sich und öffnete mit einem Handtuch um die Hüften die Tür. Vor ihm stand Eva, verlegen schaute sie erst zu ihm auf und wurde rot als sie das Veilchen sah. "Entschuldigung!" Murmelte sie und hielt Nick einen Becher Kaffee vom Bäcker und Brötchen entgegen. Nick zog wütend die Augen zusammen, "Glaubst du wirklich ein Kaffee und Brötchen können dein Verhalten wieder gut machen?" Schnauzte er Eva an, die zurückzuckte. Da fiel Nicks Blick auf die Fußmatte, ein in braunes Papier gewickeltes Paket lag zu seinen Füßen. Er hob es hoch, und blickte noch mal zu Eva, "Komm rein!" Sagte er kurz angebunden und ging in die Wohnung. "Stell den Kaffee und die Brötchen in die Küche. Ich zieh mich kurz an!" Eva schloss die Tür, stellte die Sachen ab und setzte sich stumm aufs Sofa, als Nick wieder kam, sah er zu Eva, die schaute verlegen in ihren Schoß und hatte knallrote Ohren. Nick ging in die Küche und teilte den Kaffee auf zwei Becher auf, belegte die Brötchen und sagte dabei kein Wort, Eva beobachtete ihn stumm. Als Nick fertig war, setzte er sich neben sie aufs Sofa, "Du hast sicherlich auch noch nicht gefrühstückt, oder?" Und damit reichte er Ihr den halben Kaffee und ein Brötchen mit Nutella. Sie schaute dankbar auf, schüttelte den Kopf und biss genüsslich ins Brötchen.

Erst als beide gemessen hatten, sagte Nick: "Was ist mit dir los? Bis vor ein paar Jahren warst du doch nicht so? Und jetzt schlägst du Leute?" Sie schaute kurz auf, "Ich habe heute Morgen Schluss gemacht! Also mit Marius!" Ihre Antwort war fast ein Flüstern, dann brach sie in Tränen aus, die ihren ganzen Körper schüttelten. Nick sah das und all der Ärger war verflogen, er rutschte an sie ran und nahm sie behutsam in den Arm. Nach einigen Minuten beruhigte sie sich wieder, "Tut….tut mir leid!" "Schwamm darüber." Sagte Nick und lächelte freundlich, Eva lächelte schüchtern zurück. Nick sagte im aufstehen: "Noch ein Kaffee?" "Gerne." Er drückte auf seine Maschine und stellte die zwei Becher darunter, während der Kaffee durchlief, schaute er zu Eva, die traurig auf ihre Hände schaute. Der Kaffee war fertig und Nick setzte sich wieder neben Eva, "Kopf hoch Kleine! Es gibt Typen wie Sand am Meer." Dabei pikst er ihr spaßeshalber in die Seite, was ein zucken und ein Schmunzeln zutage führte. "Oh, was ist denn das? Kann das Gesicht etwas doch freundlich gucken?" Sagte Nick gespielt erstaunt und fing an Evas Seite zu attackieren, diese zuckte immer wieder weg und fing an zu kichern. "Nick! Bitte nicht kitzeln!" Kicherte sie und versuchte die Hände von ihm festzuhalten, doch sie Hände kamen immer wieder durch ihre Verteidigung. Schluss endlich schnappte Nick sich Evas Hände und drückte sie Rücklinks aufs Sofa, kaum wurde sie sich ihre Lage bewusst krabbelte seine Hand ihre Seiten hoch und runter. Sich wie ein Wurm unter ihm windend machte Nick weiter bis Evas Gesicht vor Lachtränen nass war, er ließ ihre Arbeit los und Nick setzte sich wieder aufrecht hin. "Das war gemein!" Sagte Eva und kicherte, "Danke!" Sagte sie nicht und lächelte ihn an. Als sie sich aufsetzen, sah man das durch das lachen und die kitzel Attacke sie nun etwas besser darauf war als vorher. Jetzt, da die Stimmung aufgelockert war, redeten die beiden noch etwas zwanglos über Gott und die Welt, bis der Kaffee leer war und Eva ging.

Nick stand gerade an der spülen und spülte die Tassen, als sein Handy ein Geräusch machte, er schaute Richtung Schreibtisch und sah das noch eingepackt Paket. Er hatte es ganz vergessen, schnell stellte er die Tassen zum trocknen hin und eilte zu seinem Schreibtisch. Die Verpackung war schnell aufgerissen, vor ihm stand ein Kasten, der bis auf wenige Unterschiede im Holz dem seinen glich. Er öffnete ihn, das innere war mit blauem statt mit rotem Samt gefüttert, ansonsten waren die Kisten identisch. Ein Umschlag klebte am Spiegel und er nahm ihn an sich, er setzte sich während er ihn langsam öffnete.



"Der, welcher sich würdig erweist, erhält das Privileg! Ist ein Spiegel im Raum, so kannst du hindurch, unerkannt und ohne Substanz! Öffne die Kästen, denke an sie, stecke die Hände hinein, klopfe zweimal auf den Grund und ein Wunder wird sein!"



Nick las den Brief zweimal, "Hää?" Sagte er laut und kratzte sich am Kopf. Was für ein Privileg? Na gut, er hatte nun zwei Kisten und konnte nur zwei Füße erscheinen lassen. Aber was hatte das mit dem Hände reinstecken auf sich. Nick schluckte, soll er es probieren? Er überlegte an, an wen könnte er denken? Anna, Marie oder jemand anderes? Anna wusste mehr oder weniger von ihm, er überlegte nicht mehr lang, sondern schrieb einen Zettel und klopfte auf die erste Kiste. Eine graue Socke mit weißer Ferse und weißen Zehen erschien nach einem plopp und er sah Anna wie sie hoch konzentriert an einer Rudermaschine saß. Haare kleben ihr an der Stirn und ihr Gesicht war gerötet vom Sport. Nick wartete bis Anna eine Pause machte, um sie nicht zu sehr zu erschrecken, und tickte dreimal in ihre Fußmitte. Anna konnte ihren Schrei grade noch unterdrückten und Nick war froh, dass er gewartet hatte, nun zog er vorsichtig die Socke bis zur Mitte aus, legte die Notiz auf den Fuß. Nach dem schließen der Kiste hieß es warten, Nick rechnete nicht damit das Anna sofort antwortete und so widmete er sich der Hausarbeit, weiterhin grübelnd was es mit dem Brief auf sich hat.



Nach einer guten Stunde schaute sich Nick zufrieden um, es war wieder alles aufgeräumt und sauber. Zufrieden ließ er sich auf sein Stuhl plumpsen und klopfte dabei auf den Kasten. Wieder erschien der Fuß von Anna, hatte aber jetzt eine rosa Socke an und roch frisch nach Seife. Im Spiegel sag er Anna, die summend ihre Haare föhnte und dabei im Takt ihre Hüften hin und her schwang. Nick sah die Erhebung unter der Socke wo der Zettel lag und lächelte. Wieder machte Nick auf sich aufmerksam, abermals erschrak Anna, diesmal aber total unvorbereitet, Nick war etwas gemein gewesen und hatte seinen Finger kurz über die Sohle tanzen lassen.

Anna stand da, hielt sich den Mund zu und schaute sich um, ihr Kopf glühte rot vor Scham. Nick zog nun die Socke von Fuß und blickte auf das Geschriebene:



"Hey Anna! Ich würde gerne etwas mit dir probieren, bist du einverstanden? Vertraust du mir? Z"



Das war Nicks Frage gewesen, darunter stand die Antwort kurz und knapp, "Ja!" Nick nickte und schrieb wieder auf den Zettel:



"Sehr gut, danke für dein Vertrauen, heute Abend 20 Uhr wird es geschehen!"



Nun nutzte er den andern Kasten, klopfte rauf und Annas zweiter Fuß erschien. Den anderen schloss er mit der verstauten Nachricht wieder. Jetzt sah er wie Anna sich hinsetzen und den Zettel aus ihrem Socken holte, ihre Augen huschten über den Zettel, indessen zog sie aus ihrer Handtasche einen Stift und antwortete.

Nach kurzem klopfen hatte Nick den Zettel wieder:



"Lern ich dich heute Abend persönlich kennen?"



Nick lächelte und schrieb statt auf dem Zettel auf den Fuß direkt:



"Vielleicht! ;)"



Anna hielt sich sofort die Hand vor den Mund und zuckte etwas, als der Stift ihre empfindlichen Sohlen berührte. Nick hatte einfach nicht widerstehen können. Jetzt schloss er den Kasten wieder und wartete auf dem anderen Spiegel auf ihre Reaktion. Und er musste laut lachen als sie ihren Socken auszog und sah was da stand, leise flüsterte sie: "Das war gemein!"

Und zog die Socke trotzdem mit einem leichten Lächeln wieder an.



Die Zeit bis 20 Uhr kroch nur so dahin, Nick zockte zwischendurch etwas, konnte sich aber nicht richtig konzentrieren. Um kurz vor acht hielt er es nicht mehr aus, stellte sich an seinen Schreibtisch und steckte seine Hände in das Futter der Kästen. Sei Herz klopfte wie wild, was würde passieren? Er schluckte noch einmal schwer und klopfte mit beiden Händen auf den Grund der Kisten.

Es fing mit einem sanftem ziehen an seinen Händen an, urplötzlich wurde er mit einem Ruck nach vorne gezogen und es wurde schwarz.



Als Nick die Augen öffnete, lag er auf dem Boden, er hustete als er sich aufrichtete und hielt inne als er Anna sah. Schockiert hielt er in seiner Bewegung inne, wie war das möglich? Hatte er Anna komplett zu sich in die Wohnung geholt? Nein, das war nicht seine Wohnung! Er schaute sich vorsichtig um. Er war in Annas Schlafzimmer, seine Gedanken überschlugen sich. Vor ihm auf dem Bett lag Anna, sie hatte eine bequeme Leggins, ein Top und ihre komischen Hausschuhe an "Tut, tut mir leid, dass ich hier reinplatze!" Sagte Nick leise stotternd. Keine Reaktion, er stand auf, "Anna?" Er schluckte. Wieder keine Reaktion. Nick runzelte die Stirn und blickte an sich herunter, er leuchtete bläulich und war irgendwie transparent. Panische beschleunigte sich sein Herzschlag und er schaute sich wieder um, war er tot? Da sah er den großen Spiegel am Kleiderschrank, wo er wie durch ein Fenster sich selber sah, er stand an seinem Schreibtisch, die Augen geschlossenen, mit beiden Händen in den Kisten. Es durchzuckte ihn wie ein Blitz, er war als Art Geist hier, er ging zum Spiegel und streckte die Hand aus. In dem Moment wo er die Oberfläche berührte, riss Nick in seine Wohnung die Augen auf und zog die Hände an sich aus den Kisten.

"Wie…..wie ist das möglich?" Nick schaute entgeistert auf die Kisten. Dan schaute er auf die Uhr, nun war es Punkt acht, er schluckte noch mal und steckte seine Hände wieder in die Kisten.



Fortsetzung folgt.....