Anna wurde eingeladen von ihrer Firma, eines der Projekte, die mit neuartigem Pflanzendünger zu tun haben, zu besuchen, dann für die Werbeabteilung einen Bericht über die Wirksamkeit und den Erfolg zu schreiben, um das Produkt zu vermarkten.
Die kleine Reise ging mit der Bahn von Hamburg Richtung München und von dort sollte sie abgeholt werden. Sie freute sich schon riesig. Anna packte also ihre Sachen, während sie noch überlegte was sie in ihren Koffer packen soll. Sie stand vor ihrem Kleiderschrank und wusste nicht weiter. Was würde am besten zu ihr passen und gleichzeitig Kompetenz ausstrahlen? Das Unternehmen in dem sie arbeitete hatte zwar keine Etikette in Sachen Kleidung, trotzdem wurde darauf geachtet, dass man nicht allzu schludrig herumlief. Sie rief kurzerhand ihre beste Freundin und Arbeitskollegin Celine an." Na Süße, was gibt es?", meldete sich Celine am Telefon. " Ich bin verzweifelt, ich hab nix zum Anziehen für das Wochenende in Bayern!", jammerte Anna gleich los. " Ach wirklich?", lachte Celine am anderen Ende. " Aber stimmt, ja, du hast ja kaum was zum Anziehen!". Anna grinste und schaute noch einmal zu ihrem Kleiderschrank: er war riesig, geradezu gigantisch, und quoll über von Sachen, von denen sie sich einfach nicht trennen konnte. Nicht nur in der Sache erfüllte sie das typische Klischee, sie hatte Schuhe in jeder Form und Farbe und passend zu jedem Anlass den man sich ausdenken konnte. " Gut, Süße!", seufzte Celine laut, " ich bin in 10 Minuten bei dir. Leg schon mal ein paar Sachen raus, wir werden schon was finden!". Anna verabschiedete sich und legte auf. Anna legte ihre Favoriten raus und war noch nicht fertig, als Celine an der Tür klingelte. Sie ging zur Tür und ließ ihre Freundin hinein. "Denn mal los, wäre doch gelacht, wenn wir nix finden würden!", sagte Celine voller Elan und ging Richtung Schlafzimmer.
Nach Stunden voller Diskussionen und hin und wieder etwas zickiger Stimmung war der Koffer gepackt, sie räumten die aussortierten Sachen wieder in den Schrank und setzten sich dann zusammen ins Wohnzimmer. Anna bedankte sich bei ihrer Freundin und holte zwei kalte Desperados aus der Küche. Sie quatschen noch etwas und lachten viel über den Tag. " Viel Spaß Morgen meine Süße, und schreib mir, wenn du angekommen bist und wie dein Hotel ist!", verabschiedete sich Celine ca. eine Stunde später. Sie umarmten sich und Anna schloss die Tür, nun war sie gewappnet, nichts konnte ihre Motivation jetzt noch kippen. Zufrieden machte sie sich bettfertig und ging schlafen.
Am nächsten Tag saß Anna genervt im Zug, ihre Stimmung war auf ihrem Tiefpunkt. Sie war früh am Morgen aufgestanden, hatte sich fertig gemacht und war mit der U-Bahn zum Bahnhof gefahren. Dort angekommen fing der Spaß an. Erst stand an der Infotafel, dass ihr Zug von einem anderen Gleis fährt. Kein Problem, sie war früh genug da und hatte das eingeplant. Doch dann, fünf Minuten bevor der Zug losfahreen sollte, kam eine kaum verständliche Durchsage, dass der Zug jetzt doch vom geplanten Gleis abfährt. Sie hetzte nun von einem Ende des Bahnhofs zum anderen, nur als sie am richtigen Gleis war, war dort am Infoschild zu lesen, dass der Zug Verspätung hatte. Als der Zug endlich da war und sie an ihren reservierten Platz ankam, saß da schon jemand. Sie erklärte dem Herrn, dass das ihr Platz sei und sie reserviert hatte, doch er weigerte sich trotzdem, aufzustehen. Es ging so weit, dass Anna Zugpersonal dazu holte. Sie hätte sich ja woanders hingesetzt, aber der Zug war voll. Endlich räumte der unsympathische Herr ihren Platz und sie konnte sich hinsetzen. Diese ganze Diskussion mit dem Kerl hatte von Hamburg bis nach Hannover gedauert! Nun saß sie da, genervt und mit schlechter Laune.
Der Tag fängt ja gut, an dachte sie sich, und schaute gedankenverloren aus dem Fenster. Plötzlich tippte ihr jemand auf die Schulter. Anna schaute genervt auf und musste dann unwillkürlich grinsen. Es war Luke, sie waren zusammen auf dieselbe Schule gegangen und er war ein Kumpel vom Freund ihrer Schwester. Er war vor einem halben Jahr in den Süden gezogen. Sie zog sich den Kopfhörer aus dem Ohr: "Hi Luke, was mach du denn hier im Zug?". "Ich bin auf Geschäftsreise, ich war erst in Hannover und nun muss ich nach Karlsruhe.", antworte er und lächelte. Sie unterhielten sich etwas über alles Mögliche, bis jemand vom Zugpersonal kam und sagte, Luke müsse sich einen Platz suchen, er würde den Gang blockieren. Luke verdrehte die Augen. Genau vor Anna war ein Sitz frei, der Herr der da saß war in Hannover ausgestiegen und es war erst wieder ab Karlsruhe reserviert. So setzte sich Luke vor Anna, der Nachteil war allerdings, dass sie sich nicht mehr vernünftig unterhalten konnten. So setzte Anna ihre Kopfhörer wieder auf und schaute wieder aus dem Fenster. Irgendwann schaute sie nach vorne und sah, dass Luke seinen Sitz zur Seite geschoben hatte um mehr Platz zu haben. Anna nutzte die Gelegenheit und zog ihren Schuh aus, um ihr eines Bein hochzulegen. Luke schaute nach hinten durch die Lücke und grinste sie an, Anna grinste zurück und schaute wieder aus dem Fenster. Nach ein paar Minuten wollte sie ihr Bein wieder runternehmen, doch es ging nicht, irgendwie hatte Luke es geschafft, unbemerkt den Sitz wieder zur Wand zu rücken und ihren Fuß einklemmen. Sie zog ihre Kopfhörer raus und beugte sich so weit sie konnte nach vorne: "Luke, was machst du denn? Gib mein Bein wieder frei!" zischte sie. Da merkte sie, wie Luke über ihre Ferse fuhr, ganz langsam und vorsichtig. Anna zuckte mit dem Fuß, was macht er da, dachte sie sich und fing an zu kichern als die Empfindung stärker wurde. Sie versuchte wieder, ihren Fuß zu befreien, aber es klappte nicht.
Als sie merkte, wie Luke seinen Finger in ihre Socke schob und diese langsam auszog, hielt sie sich die Hand vor den Mund und bemühte sich, nicht laut loszulachen. Luke hatte anscheinend ein Talent dafür, es kitzelte wahnsinnig obwohl er nur leicht mit seinen Fingern über ihre Sohle strich. Sie rüttelte an seinem Sitz. "Hör auf! Bitte!", sagte sie flehend mit einem leichten Kichern in der Stimme. Ein lautes Quietschen entfuhr ihr und sie drückte sich beide Hände auf den Mund um nicht laut zu lachen. Luke hatte angefangen seine Finger zwischen ihre Zehen zu bohren und dann mit den Fingern immer wieder unter ihren Zehen entlang zu streichen. Anna schüttelte sich, da kam die Durchsage: "Nächster Halt Karlsruhe, Ausstieg in Fahrtrichtung links!". Anna wurde etwas zwischen den großen Zeh gesteckt und der Sitz rückte zur Seite. Luke stand auf beugte sich zu Anna runter und sagte: "Das war doch lustig, sollten wir wiederholen! Gute Weiterfahrt! " Dann zwinkerte er und ging Richtung Ausgang. Anna atmete aus und zog ihren Fuß wieder zu sich ran, zwischen ihren Zehen war ihre Socke eingeklemmt. Sie grinste in sich hinein zog sich die Socke wieder an und schlüpfte in ihren Schuh. Die Begegnung hatte ihr auf jeden Fall den Tag gerettet, auch wenn das mit dem Kitzeln gemein war, dachte sie sich und schüttelte sich leicht.
Die restlichen Stunden vergingen nur zähflüssig, Anna hörte Musik und bestellte sich zwischendurch einen Kaffee. Endlich kam die Durchsage: "Nächster Halt München Hauptbahnhof, dieser Zug endet hier! bitte alle aussteigen!". Ein bisschen aufgeregt stieg Anna aus dem Zug und ging Richtung Ausgang. Es war mittlerweile abends und es dämmerte bereits, doch als sie aus dem Bahnhof raus kam stockte ihr der Atem. Eine riesige Limousine mit getönten Scheiben stand dort an der Straße, davor ein Mann Mitte dreißig der ein Schild mit dem Namen ihrer Firma in der Hand hielt. Anna ging darauf zu und dachte, Gott sei Dank haben die meinen Namen nicht draufgeschrieben! Das wäre mega peinlich. Sie machte heimlich ein Foto und schickte es Celine mit den Worten "Luxus pur!" Als Antwort kam nur ein lachender Smiley und ein Smiley der die Zunge raus streckt.
Anna stellte sich vor, doch der Mann gab ihr nur schüchtern grinsend einen Zettel: "Tut mir leid, dass ich mich nicht vorstellen kann! ich bin stumm! Mein Name ist Thomas.", stand auf der Karte. Anna schaute in sein Gesicht und lächelte freundlich, Thomas hielt ihr die Tür auf und sie stieg ein. Sie fuhren erst durch die Stadt, dann irgendwann würde es ländlicher. Mittlerweile war es dunkel draußen, sodass Anna nicht mehr sehen konnte, wo sie genau waren. Nach weiteren 2 Stunden hielten sie vor einem alten Hotel. Es war wunderschön und sah aus wie aus dem Mittelalter, überall Holz und Schnitzereien in der Fassade. Thomas nahm ihr Gepäck und sie gingen hinein. Als sie nicht zur Rezeption gingen, sondern daran vorbei, tippte Anna Thomas auf die Schulter. Er drehte sich um und schaute sie fragend an. Damit er sie verstand, sagte sie mit deutlichen Lippenbewegungen: "Ich brauche doch einen Zimmerschlüssel!". Thomas grinste nickte und zog eine Magnetkarte und einen Zettel mit einer Nummer aus der Tasche. Dann reichte er beides Anna. Sie lächelte ihn wieder an und bedankte sich nickend. Sie gingen weiter bis zum Treppenhaus und machten im dritten Stock Halt. Thomas machte die Tür zum Flur auf und trug ihren Koffer zu Zimmer 311. Anna legte die Karte aufs Schloss, es klickte, und die Tür ging auf. Thomas ging ins Zimmer stellte den Koffer vor das Fenster reichte ihr einen weiteren Zettel und verabschiedete sich mit einer leichten Verbeugung aus dem Zimmer.
Auf dem Zettel stand:
"Sehr geehrte Frau Zolder,
Sie werden morgen Früh per Weckruf um 8 Uhr geweckt. Um 9:30 Uhr kommt ihr Fahrer Thomas um Sie zum Forschungsinstitut zu bringen.
Haben Sie einen schönen Aufenthalt und bedienen sie sich gerne an der Zimmerbar.
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Fischer"
Anna legte den Zettel beiseite und streckte sich. Ein Blick auf ihr Handy zeigte ihr, dass es kurz vor zwölf war. Gähnend schrieb sie Celine, dass sie gut angekommen war und sich nun hinlegen würde.
Sie kickte ihre Schuhe von den Füßen und machte sich bettfertig. Als sie im Bett lag steckte sie ihr Handy in die vorhandene Steckdose und stellte sich den Wecker auf sieben Uhr. Sie wollte am nächsten Morgen noch duschen bevor es in das Forschungsinstitut gehen sollte. Sie kuschelte sich in die Decke und schlief sofort ein.
Anna stand gleich nach dem Klingeln ihres Weckers auf und fühlte sich gut ausgeschlafen. Sie zog sich aus und tappte auf Zehenspitzen ins Bad und stellte sich unter die Dusche.
Das Bad war wie auch der Rest des Zimmers tatsächlich eher modern eingerichtet, obwohl man das von außen nicht vermuten würde. Sie drehte am Wasserhahn und sprang schreiend zurück, das Wasser war arschkalt! Langsam wurde das Wasser angenehmer und sie gönnte sich eine schöne heiße Dusche. Als sie fertig war zog sie sich an, sie hatte sich für eine weiße Bluse und eine Jeans entschieden, und rief unter am Empfang an, dass sie schon wach war. Anschließend ging sie zum Frühstück nach unten.
Im Speisesaal war ein großes Buffet angerichtet mit allem was das Herz begehrt. Sie holte sich einen Kaffee und füllte sich den Teller mit allerlei Köstlichkeiten. Anna setzte sich hin und schaute sich um: bis auf ein älteres Ehepaar war niemand im Speisesaal. Sie aß genüsslich und seufzte schwer als sie fertig war - so gut hatte sie lange nicht mehr gefrühstückt. Es war kurz vor neun Uhr, als sie aufstand, um noch einmal kurz aufs Zimmer zu gehen. Dort holte sie ihre Handtasche, wo Block und Stift drin war. Nun machte sie sich auf den Weg zur Hotel-Terrasse und setzte sich dort hin, um auf ihren Fahrer zu warten. Thomas kam pünktlich um halb die Auffahrt hochgefahren. Er stieg aus, grüßte sie und hielt ihr die Tür auf. Anna stieg ein und sie fuhren los.
Nach etwa einer halben Stunde fuhren sie aus dem Wald auf eine riesige freie Fläche, dort stand das Forschungsinstitut und mehrere große und kleine Gewächshäuser.
Thomas fuhr auf einen großen Parkplatz und hielt vor der großen Doppeltür wo schon eine ältere Frau in einem weißen Kittel wartete. Er stieg aus und öffnete Anna die Tür. Die Frau im weißen Kittel kam auf die Limousine zu: "Guten Morgen Frau Zodler, ich hoffe sie hatten gestern eine gute Anfahrt? Wir hoffen auch, dass Ihnen Ihr Zimmer im Hotel zusagt!". Anna lächelte, sie fand die Frau sehr sympathisch. "Danke! Ja ich hatte eine gute Fahrt und das Hotel ist wunderbar! Vielen Dank! Sie müssen Dr. Fischer sein, richtig?". "Ja genau! Verzeihen Sie, ich bin immer etwas durch den Wind.", lachte Dr. Fischer. "Kein Problem!", entgegnete Anna.
Die beiden gingen nun durch die Doppeltür ins Gebäude und fanden sich in einer riesigen Eingangshalle wieder. "Hier entlang!", navigierte Dr. Fischer Anna durch eine Glastür zu ihrer Rechten. Sie gingen einen langen Flur entlang, der mit schönen Bildern von Gärten und Blumen geschmückt war. Am Ende des Flures waren ein Plan des Geländes und zwei weitere Türen. Wieder nahmen sie die rechte Tür und standen dann im Eingang eines der kleineren Gewächshäuser. “Nun, Frau Zolder! wir fahren jetzt in die Forschungsabteilung um Ihnen den Prozess des Düngers anhand einiger Pflanzen und Testobjekte zu zeigen!” Anna nickte nur. “Wenn Sie mir nun zu den M.C folgen würden!”. “M.C…. was ist das?”, fragte die junge Frau neugierig. ”Die MagnetCars sind eine notwendige Erfindung, viele der Pflanzen sind zu empfindlich, um mit Autos oder gar zu Fuß sich über ihr Territorium zu bewegen. Zum anderen sind manche Pflanzen auch nicht ungefährlich und so mussten wir etwas bauen was die Pflanzen nicht in ihrer Umgebung stört!”, erklärte Dr. Fischer sachlich.
Anna schluckte schwer, gefährliche Pflanzen klang überhaupt nicht gut! “Ähäm…. Frau Dr. Fischer, diese gefährlichen Pflanzen, was machen sie denn?”. Sie blieb kurz vor einem der M.C nachdenklich stehen. “Nun, bis jetzt haben sie nur einige Mitarbeiter für einen längeren Zeitraum festgehalten, ein bis zwei Stunden in den meisten Fällen! Diese kamen meist verschwitzt und komplett am Ende ihrer Kräfte wieder, aber keine mochte sagen was diese Pflanzen getan hatten! Selbst Untersuchungen ergab nur, das ihre Endorphin-Werte sehr hoch waren. Es gab keine äußerlichen Verletzungen bis auf ein paar Kratzer!" Anna schaute etwas unsicher in Richtung der großen Gewächshäuser, sie hatte ein komisches Gefühl und konnte nicht einmal sagen, warum!
Dr. Fischer saß mittlerweile in dem M.C, sie setzte sich dazu und versuchte sich auf ihre bereit gelegten Fragen zu konzentrieren. Als sie das erste Gewächshaus passiert hatten, das mit Möhren so groß wie ein ausgewachsener Mann und Salat so groß wie eine Milchkuh enthielt, waren ihre Bedenken und ihr komisches Gefühl allerdings vergessen.
Der Tag in den Gewächshäusern und den Laboren am anderen Ende des Geländes verging wie im Flug. "So, Anna!" - Frau Doktor und Anna hatten sich im Laufe des Tages auf das Du geeinigt - "Das war ein langer Tag! Ich muss noch etwas hierbleiben aber fahr doch schon mal ins Hotel. Soll ich Thomas Bescheid geben?". Anna schaute auf ihre Uhr und sah, dass es tatsächlich schon fast 19 Uhr war. "Nicht nötig! Ich nehme den M.C!", antworte sie und stieg ein. "Anna! Mach keinen Halt, okay? Um 20 Uhr schließen die Gewächshäuser automatisch!". "Keine Angst, ich halte nicht an, aber ich wollte nochmal alles sehen! Es waren zu viele Eindrücke!", lachte Anna und lächelte die Fr. Doktor an. Diese nickte und lächelte zurück.
Anna setzte sich in eins der automatischen Autos und drückte auf den Knopf mit dem Haus, das das erste Gebäude auf dem Gelände kennzeichnete. Mit einem Surren erhob sich der Wagen auf eine Höhe von ungefähr zwei Metern und fuhr, bzw. schwebte auf die Schleuse des ersten Hauses zu. In dem Gebäude wurden Tests an Wüstenpflanzen gemacht und welche Auswirkung der Dünger auf diese hatte. Die Ergebnisse waren atemberaubend, denn die Pflanzen wuchsen auf gigantische Größe an und somit auch die Blüten. Rot und gelb schillerten die Blüten aus dem Gewächshaus und erfüllten es mit einem herzlichen Duft. So ging es weiter durch die verschiedenen künstlich erzeugten Biotope der Gewächshäuser, alle Gebäude waren miteinander verbunden und es gab nur den einen Weg über das Gelände. Als Anna in das vierte Haus vor dem Haupthaus, und somit dem Ende, einfuhr überkam sie ein Schauer. Das war das Gewächshaus in dem die Vorfälle passiert waren. Dieses Biotop war schwül und warm, es war angelehnt an ein Tropenbiotop, zusätzlich war es das größte Gewächshaus auf dem ganzen Gelände da es dauernd erweitert werden musste. Anna knöpfte die Bluse auf und zog sie aus, nun saß sie da in Top und Jeans und schwitzte.
Plötzlich gab es einen Schlag und das Fahrzeug eierte leicht von einer zur anderen Seite, erschrocken hielt sich die junge Frau am Sitz fest. " Was zum Geier war das!", sagte Anna erschrocken und schaute seitlich aus dem Fenster. Entsetzt sah sie, dass eine Liane so dick wie ihr Oberschenkel seitlich am dem M.C herunterhing und langsam auf den Boden rutschte. Der Wagen war um sich zu stabilisieren kurz stehen geblieben und fuhr gerade wieder los, als ein weiterer Schlag den Wagen erschütterte. Dieser war so heftig, dass Anna vom Sitz abhob und hart auf dem Boden des Wagens wieder aufschlug. Voller Schreck brachte sie keinen Ton heraus, sie versuchte wieder aufzustehen als der Wagen anfing sich zur Seite zu neigen. Panische hielt sie sich am Gestell eines Sitzes fest. Wenige Augenblicke später hing der Wagen schräg auf der Seite und Anna hing beriets halb aus ihm heraus, ihr Atem ging stoßweise. All ihre Sachen lagen unter ihr auf dem Boden des Tropenbiotops. Sie schaute nach oben und versuchte sich reinzuziehen, da knallte es ein weiteres Mal. Der Ruck, der durch das Fahrzeug ging, ließ Anna schreiend loslassen und sie fiel ihren Sachen hinterher. Der Aufschlag auf dem Boden drückte die Luft aus ihren Lungen und sie schnappte nach Luft.
Nach wenigen Augenblicken ging ihr Atem wieder normal und sie schaute nach oben, riesige Lianen hatten sich um das Fahrzeug gelegt und hielten es an Ort und Stelle. Stöhnend richtete sich die junge Frau auf und blickte sich um: Bäume, Sträucher, Pfahnen und Moosgewächs in einer riesigen Ausführung. Sie schaute auf die Uhr, " Fuck!", schimpfte sie. Schnell rappelte sie sich auf - es war Viretel vor acht – und sammelte ihre Tasche und die Zettel die aus dem M.C gefallen waren auf. Wo zum Geier musste sie längs? Ein weiteres Mal schaute sie sich um und sah eine Stelle wo sie gut durchkommen sollte. Anna wusste, dass wenn sie eine Wand erreichen sollte und dieser folgen würde, sie irgendwann an einen Notausgang kommen würde. Diese wurden nach den Vorfällen in alle Gewächshäuser eingebaut.
So machte sie sich auf den Weg, und hoffte, dass sie rechtzeitig und ohne Zwischenfälle an einer Außenwand des Gewächshauses angelangen würde.
Nach einiger Zeit, die sie sich durch das Dickicht schlug, hörte sie etwas und blieb stehen. Es war das leise Tuten der Gewächshaustore die sich nun langsam schlossen. Verzweifelt rannte sie auf das Geräusch zu und stolperte nach einigen Metern auf eine kleine Lichtung, dann hörte sie das Krachen der Tore, die sich schlossen. "Naaaheiiin!!", schrie sie verzweifelt und fiel auf die Knie, schluchzend hielt sie sich die Hände vors Gesicht und fing an zu weinen.
Da merkte sie wie sich unter ihrem Knie etwas bewegte, langsam nahm sie die Hände wieder vom Gesicht. Der Boden der kleinen Lichtung brodelte geradezu! Erschrocken stand sie auf und kaum, dass sie stand, sah sie, dass sich tausende Knospen aus dem Boden schoben. Sie ging einen Schritt zurück, da schoss eine dünne Ranke aus dem Boden wickelte sich um ihr Handgelenk. Anna schrie auf und riss die dünne Ranke mit Gewalt ab, drehte sich um und lief panisch zurück ins Dickicht. Blindlings und voller Angst rannte sie weiter, bis sie mit ihrem Fuß hängen blieb und der Länge nach hinschlug. Keuchend drehte sie sich um und blickte auf das Dickicht aus dem sie gestolpert war. Nichts regte sich. Geräuschvoll stieß sie die Luft aus, drehte sich auf alle Viere, und griff nach ihrer Handtasche die bei ihrem Sturz aus ihrer Hand gefallen war. Kurz bevor sie die Tasche zu fassen bekam merkte sie erst, dass sich etwas um ihren Knöchel legte und dann wie sie mit einem Ruck nach oben gezogen wurde. Schreiende sah sie, wie sich der Boden immer weiter von ihr entfernte.
Als es nicht mehr weiter ging, blickte sie panisch nach oben zu ihrem Fuß. Eine dicke Ranke hatte sich um ihren Knöchel gelegt und hielt sie fest an Ort und Stelle. Schnell fing sie an, mit dem anderen Fuß gegen die Ranke zu treten, doch das einzige was sie in ihrer Panik schaffte, war sich den anderen Schuh fast vom Fuß zu schieben. "SCHEIIIIIISSSSSSEEEE!", schrie sie verzweifelt ihren Frust hinaus. Nun versuchte sie, sich wie bei Liegestützen hoch zu ziehen doch vergeblich, nach mehreren Versuchen hing sie außer Atem wieder nach unten. Sie wischte sich den Schweiß aus dem Gesicht, da fiel ihr Blick auf einen Ast der wenige Meter von ihr hing. Der Ast war ein bisschen höher als ihre eigene Position, daher fing sie an zu schwingen, vor und zurück, ein paar Mal, bis sie… “Jahahaaaa!!!” Anna hatte den Ast erreicht, sie schaute zu ihrem Bein, das immer noch an der ranke hing. Wenn sie sich auf den Ast ziehen würde, könnte sie mit etwas Geschick die Ranke lösen. Eine Berührung an ihren Handgelenken ließ die junge Frau erschrocken dorthin blicken. Zwei weitere Ranken hatten sich um ihre Handgelenke gelegt und zogen sich nun fest.
Ohne weiter darüber nachzudenken, ließ Anna den Ast erschrocken los, doch ihr Fall war nur kurz. Ihre Hände hingen nun circa 20 cm unter dem soeben losgelassenen Ast. Schreiend fing sie wie wild an zu zappeln und mit ihrem freien Bein zu treten. “DAS KANN DOCH NICHT WAHR SEIN!!!”. Nach weiteren verzweifelten Versuchen, durch Strampeln los zu kommen, ließ sie sich hängen. Was sollte sie nur tun? Tränen stiegen ihr in die Augen, als sie merkte wie etwas an ihren gefangenen Knöchel stupste. Schnell wischte sie sich das Gesicht an ihrem Arm ab und schaute in Richtung Fuß. Dort war eine kleinere dünnere Ranke an der anderen hinuntergekrochen, und im Gegensatz zu der groben, dicken, die sie festhielt, war diese fein und endete in einer Art Knospe. Schnell ließ sie den Blick nach oben Richtung ihrer Arme gleiten, auch dort krochen zwei dieser Ranken nach unten. Anna hatte ein ungutes Gefühl, konnte dieses aber nicht genau definieren.
Die Ranken waren mittlerweile an ihren Händen angelangt und stupsten über die Unterarme, dabei sah Anna wie aus der Spitze der Knospe kleine Schnüre heraus schnellten und über ihre Haut tasteten. Sofort spürte sie ein Kribbeln, ein leichtes Kitzeln, wie als würde ein Insekt über ihren Arm laufen. Anna bewegte die Arme um das Gefühl loszuwerden, sofort hielten die kleinen Ranken inne. Nach einem kurzen Moment machte die Pflanze weiter, immer weiter den Arm entlang. Nervös schaute sie zu wie die Knospen immer weiter in Richtung ihrer Oberarme wanderten, sie schluckte. Nach einigen Momenten war die Pflanze auf Höhe von Annas Kopf. ”Geh weg! Pff! Pfffff!”, sagte sie leise in dem verzweifelten Versuch die kleinen Ranken weg zu pusten. Die junge Frau schloss die Augen und verzog das Gesicht als die Ranken den äußeren Bereich ihrer Achseln erreichten. Es kitzelte! Nicht doll aber ausreichend! “Nicchht!” kicherte sie leicht und wand sich in ihren Fesseln, die Pflanze jedoch kroch weiter, so dass Anna es nicht verhindern konnte laut auflachen. Aus Reflex zog sie sich hoch und konnte tatsächlich ihre Arme etwas an den Körper drücken doch diese Position war auf Dauer zu anstrengend. Das Kitzelgefühl war zwar verschwunden, doch sie musste sich nach kurzer Zeit wieder hängen lassen. Ein Blick auf ihre nun wieder freigelegte Achsel zeigte ihr, dass die Knospen durch ihre Aktion zerquetscht worden waren und sich zurückgezogen hatten.
Erleichtert ließ sie den Kopf hängen und schloss kurz die Augen, da merkte sie, dass das Stupsen an ihrem Fuß nicht nachgelassen hatte. Genervt trat sie mit ihrem freien Fuß nach der Knospe und zerquetschte auch diese, zufrieden öffnete sie die Augen und sog erschrocken die Luft ein. Unzählige dünne Ranken kamen nun auf sie zu, es kam ihr fast vor als würde die Pflanze auf Rache sinnen. In letzter Verzweiflung fing sie an mit ihrem freien Bein nach oben zu treten um die Ranken weg zu bekommen, doch diese Aktion beeindruckte die Pflanze nicht im Geringsten. "Haaaaau ab!", trat sie das letzte Mal mit voller Kraft zu. Doch das war ein Fehler, denn eine der Ranken schlang sich nun blitzschnell um ihren Knöchel und hielt ihn an Ort und Stelle. "NEIN!", schrie sie noch, doch es war zu spät. Zwei weitere Ranken hatten sich zu der ersten gesellt und hielten den Fuß an Ort und Stelle. Die anderen Ranken waren nun auch bei Anna angekommen und spalteten sich an den Spitzen in fünf bis sechs kleine fühlerartige Ranken, die nun langsam anfingen ihren Körper abzutasten. In den Achseln löste das einen sofortigen Kitzelreiz aus und Lea presste angestrengt die Lippen zusammen und zuckte bei besonders intensiven Berührungen zusammen. Zusätzlich musste sie mit ansehen wie sich weitere Ranken langsam auf ihren Bauch zu bewegen. Leider war durch ihre Treterei ihr Top ein Stück hochgerutscht. Auch dort tasteten sich die kleinen Fühler langsam über das Top und die freigelegte Stelle, Anna versuchte ihre Hüfte hin und her zu bewegen damit die Ranken möglichst keine Angriffsfläche hatten doch das einzige was sie damit bezweckte war das ihr Top noch weiter verrutschte. "Ohhh Gott!!", keuchte sie als eine der Ranken ihre Fühler in ihren Bauchnabel steckte. Das Gefühl war unbeschreiblich intensiv, als ob eine Ameisenstraße direkt durch ihren Bauchnabel führen würde. Das in ihr aufsteigende Kichern war nun nicht mehr zu unterdrücken. Nun wand sie sich nicht bewusst, sondern um diesem Gefühl zu entkommen. Als würde ihr Kichern die Ranken anziehen, gesellten sich nun die mit den Knospen am Ende dazu und stupsten die Bereiche, wo sie an die Haut kamen immer wieder an. Zu den tastenden Ranken gesellte sich nun auch noch das Gefühl dazu, sie fing an den Kopf zu schütteln und lachte immer wieder laut auf, wenn eine Empfindung sie plötzlich überwältigte. Nun hing sie in luftiger Höhe und zuckte und zappelte wie ein Fisch auf dem Trockenen, nur ihr Lachen durchschnitt zwischendurch die Stille des Gewächshauses.
Anna hatte keinerlei Zeitempfinden mehr, hing sie hier schon Stunden oder erst Minuten? Sie wusste es nicht! Das stetige leichte Kitzeln ließ keinen klaren Gedanken zu, außerdem hatte sie immer mehr das Gefühl als würde ihre Haut immer empfindlicher werden, dort wo die Knospen sie berührten. Da merkte sie ein neues Gefühl das die sofort panisch werden ließ. Erst ein leichtes Kitzeln am Fuß dann ein Ziehen und Zerren an ihrem Schuh. Mit weit aufgerissen Augen schaute sie zu ihrem Fuß der nach oben gestreckt von mehreren Ranken festgehalten wurde und krallte ihre Zehen in den Schuh. "Nein! Nicht in hundert Jahren!", knurrte sie angestrengt, denn es kostet sie eine Menge Konzentration, da die anderen Ranken immer noch ihr Werk taten. Doch es half nichts, die Ranken am restlichen Körper fingen an, intensiver zu kitzeln und zu forschen. Ein mühsames Kichern kam über Annas Lippen, ihr Kopf war hochrot vor Anstrengung und Schweiß lief ihr die Stirn hinunterunter.
Plötzlichen merkte sie ein Stupsen an der Stirn, das brachte sie kurz so aus dem Konzept, dass die Ranke ihr den Schuh vom Fuß pflücken konnte. Durch das Krallen der Zehen war ihre Socke zur Hälfte mit über den Fuß gerutscht. Entgeistert sah sie, wie die Ranken sich teilten und anfingen ihren Knöchel und die Ferse zu erforschen. Verkrampft zog sie an ihrem Fuß um ihn vor den Ranken in Sicherheit zu bringen, doch ihr Fuß bewegte sich keinen Millimeter. In dem Moment wo die Fühler ihre nackte Haut an der Ferse und dem Knöchel berührten durchfuhr sie ein Stromschlag der in einem lauten Lachen und viel Gezappel zu sehen und zu hören war. Ihr Fuß zuckte und wand sich unter den zarten Berührungen, doch es wurde noch schlimmer. Die Fühler wanderten unter die auf halb acht hängende Socke und zogen sie letztendlich komplett vom Fuß. "NAHAHAHEIN!!!". Mehr konnte die junge Frau nicht sagen als ihr Ausschrei in eine Lachsalve überging. Die Fühler der Ranken wanderten nun ungestört über den entblößten Fuß. Unter der Sohle und zwischen den Zehen schien es die Pflanze besonders interessant zu finden, dort blieb sie nämlich lange und forschte gründlich.
Lachtränen liefen Anna inzwischen übers gerötete Gesicht und sie schwitzte schon sehr. Überall kamen wieder die Knospen und stupsten an ihr herum. Viele der Knospen waren in ihren Achseln und in ihrem Gesicht und ihr schoss ein Gedanke durch ihr von Kitzelempfindungen benebeltes Gehirn. "Die Pflanze will meinen Schweiß! Aber warum!?". Weitere Gedankengänge waren nicht mehr möglich als die Knospen nun auch an den Füßen und zwischen den Zehen ihre Stupsbewegungen machten. Anna bäumte sich nur noch kreischend auf. Mittlerweile schnappte sie oft nach Luft und ihr Lachen war so gut wie lautlos, sie realisierte langsam, dass sie bald ohnmächtig werden würde und bekam Panik. Kurz bevor sie am Ende war, ihr war schon ganz schwummerig, hörten die Pflanzen auf und sie fiel erleichtert in ihre Fesseln zurück. Stoßweise und mit gelegentlichem Gekicher schnappte sie nach Luft, ihr Herz hämmerte so sehr in der Brust, dass sie dachte es würde ihr herausspringen. Sie fühlte jeden ihrer Muskeln, vor allem die im Bauch und in den Oberarmen. Mit Tränen-verschleierten Augen schaute sie sich um, die dickeren Ranken zogen sich zurück, nur ein paar machten sich an ihrem noch beschuhten Fuß zu schaffen, aber für Gegenwehr fehlte ihr die Kraft. "Nein bitte nicht mehr!" flehte sie kraftlos und kicherte leicht, als die Ranken ihren nackten Fuß streiften, während ihre Socke gen Boden segelte.
Inzwischen ging ihr Atem wieder einigermaßen regelmäßig, nervös sah sie zu, wie die Ranken mit ihren Fühlern ihre einzelnen Zehen umwickelten und sie mit sanfter Gewalt spreizten, dasselbe geschah auch an ihrem anderen Fuß. Und sie registrierte eine neue Bewegung über sich, denn weitere Ranken schwebten langsam nach unten auf die Höhe ihrer Füße. Die Spitzen sahen aus wie Blumen in den schönsten Farben und hatten die Form von Glocken. Sanft wie ein Kuss legten sich die Blüten über ihre Zehen, sie sog die Luft ein, es kribbelte und kitzelte ganz leicht. Langsam zogen sich die Blüten nun zusammen und sie merkte wie ein leichter Unterdruck entstand, ausreichend, damit die Blüten blieben, wo sie waren. Lange passiert nichts, mit Herzklopfen schaute sie zwischen ihren Füßen hin und her. Doch plötzlichen riss sie die Augen auf. "OH….OHH MEIN GOHOHOHOTT!". Sie bäumte sich schreiend in ihren pflanzlichen Fesseln auf! Zungen! Tausende winziger kleiner Zungen! An ihren Zehen! Sie schrie vor Lachen, und nach wenigen Minuten schwitze sie wieder und lachte aus voller Kehle. Jeder Millimeter ihrer Zehen wurde von winzigen kleinen wurzelartigen Strängen abgetastet, je kleiner der Zeh wurde, umso mehr der empfindlichen Haut zwischen den Zehen passte in die Blüten. Annas Gehirn kannte nur noch Lachen, doch da war noch etwas anderes, weit entfernt in ihr merkte sie ein leichtes erregtes Kribbeln. Die junge Frau wurde immer weiter bis ans Ende ihre Kräfte gebracht bis sie wieder an dem Punkt war, dass ihr schwummerig wurde. Ihr Blickfeld wurde schon dunkel als sie merkte, dass es vorbei war, die Zehen waren frei und langsam sehr langsam ging es abwärts Richtung Boden.
Sanft legte die Pflanze sie auf den Boden, löste die Fesseln und entschwebte wieder in Richtung Baumwipfel. Anna lag lange da, bis sich ihr Körper beruhigt hatte. Dann richtete sie sich langsam auf, ihre Arme zitterten bei der Anstrengung. Geistesgegenwärtig griff sie zu ihrer Handtasche die nur wenige Zentimeter neben ihr lag. Mit zitternden Fingern holte sie ihr Handy heraus, es war vier Uhr morgens, sie hatte Stunden in den Fängen der Pflanze gehangen. Ein weiterer Blick sagt ihr, dass sie 20 verpasste Anrufe hatte von Frau Dr. Fischer. Sie drückte auf Rückruf: "Anna! Gott sei Dank! Wo bist du?". "Im Tropen-Gewächshaus!", antworte Anna mit heiserer Stimme. "Um Himmels Willen! Bleib wo du bist, Mädchen, mach dein GPS an, wir sind bald bei dir!"
"OK!", flüsterte sie, dann legte sie auf und schaltete das GPS an. Sie lehnte sich an einen Baum und schaute hinauf in die Baumwipfel. Da sah sie, wie sich etwas löste und langsam hinunter schwebte. Eine rote Blüte, die eine kleine braune Kapsel enthielt, schwebte genau in ihren Schoß. Ein leichtes Leuchten und Pulsieren gingen von der Kapsel aus. Vorsichtig nahm sie die Kapsel in die Hand, es war ein Samen. Da sprang die Schale auf und eine zarte grüne Wurzel schlängelte sich heraus und wickelte sich sanft um ihren Daumen. Anna konnte nicht anders, sie fühlte sich mit dem Samen verbunden. Liebevoll schaute sie ihn an, dann steckte sie ihn vorsichtig in ihre Handtasche. "FRAU ZOLDER!". "HIER!". Erleichterung durchflutete sie als sie die Stimmen hörte die nach ihr riefen, keine Minute später wurde sie von drei Männern geholt und hinausgetragen.
Erschöpft ließ sich Anna auf ihr Hotelbett fallen, ihr tat alles weh, es taten Muskeln weh von denen sie nicht einmal wusste, dass sie da welche hatte.
Mittlerweile war es Mittag und sie hatte sich stundenlang untersuchen lassen müssen, ihre Kleidung musste zur Untersuchung in dem Institut bleiben, dafür hatte sie Wechselklamotten von irgend einem Security Typen bekommen. Zum Glück hatten sie ihr die Handtasche gelassen. Stöhnend richtete sie sich auf und griff nach der Tasche. Vorsichtig holte sie den Samen hervor, mittlerweile schauten mehrere Wurzeln heraus die sie sanft in der Handfläche kitzelten, Anna musste lächeln. "Ich glaube wir werden uns gut verstehen!", sagte sie und der Samen vibrierte sanft als Antwort