Sie rannte. Immer wieder schaute sie nach hinten, ihr Verfolger war nicht mehr zu sehen. Es ist nun 3 Jahre her seitdem die Seuche ausgebrochen war, und die Menschen in lebende Tote verwandelt wurden. Merle lehnte sich schnaufend an eine Wand. Schwer atmend schaute sie in die Richtung, aus der sie kam. Der Herzschlag in ihren Ohren dröhnte laut. Nichts rührte sich. Sie entspannte sich etwas, sie fluchte. Beim Laufen hatte sich ihre Waffe verabschiedet und ihren Rucksack musste sie in dem Laden lassen, den sie auf Lebensmittel durchsucht hatte. Die Überraschung war groß, als diese verdammten Zombies auftauchen. Merle schaute sich um. Sie hatte keine Ahnung, wo sie war. Ein Blick Richtung Himmel, es fing an zu dämmern. Ein weiterer Fluch entwich ihren Lippen. Merle war 1,60 m groß hatte schulterlange blonde Haare und blaue Augen. Sie war schlank und zierlich. Sie hatte schwarze Converse an den Füßen, eine löchrige Jeans an ihren schlanken Beinen und eine Lederjacke gegen die Kälte über ihrem schwarzem Top.
Sich von der Wand abstoßend, ging es weiter die Gasse entlang. Bis zu ihrer sicheren Unterkunft würde sie es nicht schaffen. Langsam und möglichst leise ging sie weiter, ein Unterschlupf für die Nacht musste her. Ein Stück die Gasse entlang sah sie einen Müllcontainer, ein Fenster darüber war nur angelehnt. Geschickt kletterte sie auf den Container rauf öffnete das Fenster und schaute hinein. Bis auf ein paar dunkle Schemen konnte sie nichts erkennen. Einen Pfiff in den Raum ausstoßend wartete sie, ob sich etwas in dem dunklen Raum regte. Als keinerlei Bewegung auszumachen war, lächelte Merle. Endlich etwas Glück. Sie kletterte hinein und nachdem sich ihre Augen an das dämmrige Licht gewöhnt hatten schaute sie sich um. Ein paar alte Kartons, eine schimmlige Matratze und ein wackliges Regal standen im Raum verteilt.
Sie war froh, dass sie nur eine Nacht hierbleiben musste und nicht für länger. Neben dem Regal war eine Tür. Sie schlich darauf zu und erspähte einen Flur. Links war nach ein paar Metern eine große Doppeltür. Nach ein paar leisen Schritten war Merle an der Tür, sie war verschlossen. Rechts den Flur entlang waren noch zwei weitere Räume, in dem einen fand sie noch eine weitere Matratze, die nicht ganz so dreckig war. Vorsichtig zog sie die Matratze in den Flur. Für eine Nacht war sie besser als die Schimmelige von vorhin.
Die andere Tür führte in ein Treppenhaus mit einer alten verrosteten Treppe, die schon anfing zu bröckeln, wenn man sie nur ansah, und zu testen, ob sie hält, traute Merle sich nicht.
Sie ging in den Raum in dem sie eingestiegen war und zog die Matratze vom Flur in ihr improvisiertes Quartier. Dann versuchte sie die Tür zum Raum zu schließen. Vergeblich, sie war so verzogen das sie offenblieb. Seufzend stellte Merle die Kartons in Flur und Tür um zu hören falls jemand durch den Flur ging. Ein Blick aus dem offenen Fenster zeigte ihr, dass es nun fast dunkel war. Ihre Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt. Es sich auf der Matratze bequem machend, soweit es jedenfalls ging, überlegte sie sich wie sie am nächsten Tag wieder zurück zum Laden und ihrer Unterkunft gehen sollte. Beim Planen des Rückwegs schien das Mondlicht durch das offene Fenster. Merle gähnte herzhaft und streckte sich. Sich auf die Seite drehend schloss sie die Augen und versuchte zu schlafen.
Als sie gerade weggedöst war, hörte sie ein Geräusch auf dem Gang. Sie setzte sich ruckartig auf, das Geräusch kam definitiv nicht aus der Gasse sondern aus dem Treppenhaus. Sie schluckte, welche Möglichkeiten blieben ihr? Da! Wieder ein Stöhnen und ein Knarzen von der alten Treppe. Sie überlegte kurz und stand leise auf, schlich zum Fenster und wollte sich gerade rausziehen als sie erschrocken innehielt. In der Gasse unter ihr schlich eine riesige Gruppe Untoter entlang. Die komplette Gasse wimmelte nur so von ihnen.
Die Geräusche im Treppenhaus wurden jetzt lauter. Wenn doch nur die blöde Treppe einstürzen würde, doch das tat sie nicht. Merle schluckte erneut, normale Zombies sogenannte Walker konnten keine Türen öffnen, das wäre ihre letzte Hoffnung. Es gab noch mutierte Untote die Docs und die Brocken, die Docs waren lang und dünn und hatten ein gelbes pulsierendes Geschwür am Kopf, ihre Finger waren wie Tentakel die sie um ca. 2 Meter ausdehnen konnten. Und sie besaßen so etwas wie Intelligenz. Die Docs zu töten war nicht weiter schwer man musste nur das Geschwür an ihrem Kopf zerstören, auch wenn da ranzukommen nicht immer ganz leicht war. Die Brocken waren groß, brutal und konnten sogar ganze Gebäude dem Erdboden gleich machen. Sie waren laut und mit normalen Mitteln kaum zu töten.
Ein Brocken kam daher nicht in Frage. Hoffentlich ein normaler Walker. Sie stand immer noch wie angewurzelt im Raum. Da hörte sie wie sich die Tür im Flur zum Treppenhaus öffnete und sich die schlurfenden Schritte näherten.
Zufall? Merle war sich sicher, dass sie die Tür geschlossen hatte. Sie duckte sich in den Schatten vor dem Fenster gegenüber der Tür, in der Hoffnung der Untote würde vorbei gehen. Als die Schritte in der Höhe der Tür waren, sah sie das Ungetüm, es war ein Doc. Groß, schlank und bleich, seine langen Arme und Finger hingen schlaff an seinen Seiten runter. Er blieb direkt vor der Tür stehen. Seine roten Augen durchkämmten den Raum. Der Doc drehte sich in Richtung Tür und schlurfte stöhnend in den Raum. Merle schluckte, auf einen günstigen Moment wartend spurtete sie los, am Doc vorbei. Der sah sie, drehte sich blitzschnell in ihre Richtung. Merle merkte, wie sich die langen Finger um ihre Mitte schlangen. Ein Ruck und sie wurde auf die Matratzen geschleudert. Merle keuchte laut auf, die Luft wich ihr aus den Lungen. Sie schloss die Augen und rang nach Luft. Die schlurfenden Schritte kamen nun in ihre Richtung. Der Doc beugte sich über sie und tastete mit seinen Tentakel-Fingern über ihren Körper. Reflexartig schlug Merle nach ihm und öffnete die Augen, der Doc fing die Hand ab und einer seiner langen Finger wickelte sich um das Handgelenk sodass sie ihre Hand nicht mehr frei bewegen konnte. Ein weiterer Schlag mit der anderen Hand führte zu demselben Effekt. Die Versuche von ihm weg zu strampeln schlugen ebenfalls fehl, denn der Doc setzte sich kurzerhand auf ihre Oberschenkel. Nun, in dieser Position gefangen, war ein Befreien aus eigener Hand unmöglich. Tränen der Wut und der Verzweiflung füllten ihre Augen, durch die Tränen verschwamm ihr Blickfeld und sie nahm den Untoten nur noch verschwommen war. Sie merkte wie sich die Finger tastend über und unter die Jacke schoben.
Die Zähne fest zusammengebissen, wand sie sich in ihren Fesseln. Ein plötzliches Aufkeuchen ihrerseits war zu vernehmen, als der Doc mit etwas mehr Druck unter ihrer Jacke an ihrer Seite entlang ging. Als der Untote die Bewegung wiederholte konnte Merle ein Quieken nicht unterdrücken, erstaunt wiederholte er die Bewegung noch einmal. Er fing an die langen Finger zu bewegen. Merles Augen wurden groß, ein ungewolltes Kichern entwich ihren Lippen und sie fing an, an ihren Fesseln zu ziehen und sich zu winden. Ihr Kichern nahm zu. So etwas wie ein Grinsen entstand auf dem Gesicht des Doc.
Merle merkte wie ein zweiter Tentakel unter die Jacke glitt und anfing ihren flachen Bauch zu erforschen, sie schüttelte den Kopf und schaute ungläubig zu dem Ungetüm auf. Der eine Finger tastete sich von unten in Richtung ihrer Achsel. "Nein!", sagte sie und versuchte die Arme heranzuziehen, was ihr nicht gelang, und er bahnte sich seinen kitzligen Weg. Der andere Finger, der noch weiter an ihrem Bauch beschäftigt war fing nun an, in kurzen Abständen in ihre Seite zu pieksen, was Merle immer wieder unkontrolliert auflachen und kichern ließ. Merle lachte noch lauter auf, als der Finger ihre ungeschützte Achsel erreichte und sanfte Bewegungen in ihr vollführte, und schüttelte verzweifelt ihren Kopf. Als ein Dritter Finger langsam unter die Jacke fuhr, um sich dann einen Weg unter ihr Top zu bahnen, fielen alle Widerstände gegen das Lachen. Der Finger auf ihrer ungeschützten Achsel und der, der nun sanfte Bewegungen an ihrem Bauch vollführte, waren zu viel. Die ganze Zeit zog sie an ihren gefangenen Händen und strampelte wie wild mit den Beinen, was den Doc überhaupt nicht beeindruckte. Durch das Kitzeln merkte sie nicht, wie zwei weitere Finger ihre Jacke öffneten. Durch die offene Jacke setzte der Untote nun alle seine Finger ein um ihren Oberkörper zu quälen. Das störende top wurde kurzerhand von ihm zerrissen. Nun widmete er sich voll und ganz der nackten Haut. Merle lachte noch lauter als zuvor, zwischenzeitlich wurde ihr Lachen sogar komplett lautlos. Der Versuch, sich aufzubäumen, scheiterte kläglich. Der Doc war viel zu schwer.
Merle konnte es nicht glauben. Sie wurde oft gekitzelt. Sie war mega kitzelig und ihre Mitstreiter nutzten das gerne aus, aber so wusste sie nicht, wie lange sie durchhalten würde. Sie wollte nur schnell, dass es aufhört. Es fühlte sich nach einer Ewigkeit an und sie merkte, dass ihre Kräfte nachließen. Da wurde das Kitzeln weniger, bis es komplett abebbte. Sie keuchte. Atemlos schaute sie den Doc aus tränenden Augen an. Dieser sah aus, als würde er grinsen. Merle schaute, weiter außer Atem und sichtlich irritiert in das Gesicht des Doc. Er rutschte etwas nach hinten und fing an mit zwei Fingern sanft ihren unteren Bauch zu kitzeln. Merle fing wieder an zu kichern und versuchte ihren Bauch einzuziehen. Dabei beobachtete sie wie der Doc einen seiner Finger nach hinten an sich vorbeischlängelte. Panisch merkte sie wie der Tentakel gegen ihren rechten Fuß stieß. Ein zufriedenes Grummeln ging von dem Untoten aus. Sie ahnte, was er vorhat und versuchte mit den Beinen zu strampeln, doch durch die veränderte Position gelang ihr das kaum. "Nein, nein bitte nicht! Ich kann nicht mehr!", flehte sie laut, da merkte sie schon wie der Finger seitlich in den Schuh glitt. Ein weiterer Tentakel fing an, dasselbe an dem anderen Fuß zu machen. Merle kicherte, es kitzelte nur etwas, denn Gott sei Dank war in den Schuhen nicht viel Platz für die Finger. Der Doc merkte schnell, dass es nicht so funktionierte wie er es sich anscheinend gedacht hatte, und drehte seinen Kopf nach hinten. Die Finger glitten wieder langsam aus den Schuhen, nur um in Höhe der Fersen wieder langsam in den Schuh zu schlüpfen.
Was er vorhatte, wusste sie schnell: Die Finger in ihren Schuhen versuchten, selbige von den Füßen zu schieben. Verzweifelt krallte sie ihre Zehen in die Schuhe, doch es half nichts. Wenige Augenblicke später lagen die Schuhe auf dem Boden. Merle schüttelte wieder den Kopf und zog kräftig an ihren Fesseln, sie merkte wie die beiden langen Finger behutsam ihre besockten Füße zu erforschen begannen. Ihr Kichern wurde gleich von einem leise anfangenden Lachen abgelöst. Ihr Versuch, die Füße aus der kitzligen Erforschung zu befreien, blieben jedoch erfolglos. Doch anders als beim Oberkörper tastete der Untote sich nun langsam und behutsam über ihre empfindlichen Füßen.
Die Tentakel glitten immer wieder forschend über die Ferse in Richtung ihrer Ballen um schlussendlich unter den Zehen kurz zu verharren und umzukehren. Merle verstand die Welt nicht mehr. Wie konnte das sein: Statt gefressen zu werden wurde sie langsam in den Wahnsinn gekitzelt.
Einer der Finger glitt in ihren Socken. Sie quietschte laut auf. Die Socke hatte ihren Sohlen einen gewissen Schutz geboten, doch auf der nackten Haut fühlte es sich deutlich schlimmer an. Aus ihrem anfänglichen Dauerkichern wurde durch die intensivere Behandlung ihrer nackten Fußsohle ein Konzert verschiedener Lachsalven. Mal lachte sie laut auf, während sie an anderen Stellen kicherte wie ein kleines Schulmädchen.
Gelegentlich glitt der Finger an ihre Sohle hoch und schlängelte sich zwischen die Zehen hindurch. Diese Aktion ließ Merle mehrmals laut und unkontrolliert aufschreien. Ehe sie wusste, was geschah waren ihre beiden Füße von den Socken befreit und die Finger glitten wie Schlangen langsam über ihre nackten Füße. Diese zuckten durch die Kitzelreize wild hin und her.
Merles Lachen wurde minütlich lauter, ihr Körper war so eine Dauerbehandlung nicht gewohnt und war jetzt schlicht überreizt. Doch dann wurde das Kitzeln schlagartig weniger und der Doc verharrte. Kichernd und schlaff lag Merle da. Die Fesseln lösten sich und der Doc stand auf. Die junge Frau konnte sich kaum rühren, ihr waren Lachtränen übers Gesicht gelaufenen, ihr Haar war verwuschelt und ihr Atem ging stoßweise. Sie sah, wie der Doc zum Fenster schlurfte, erst jetzt hörte sie das laute Stöhnen und Kratzen an den Wänden von hunderten Händen. Schlagartig war ihre Erschöpfung wie weggewischt und sie realisierte, in was für einer Gefahr sie sich befand. Zitternd versuchte sie, sich aufzurichten. Sie blickte zum Doc der nun am Fenster stand und knurrend rausschaute. Plötzlich stieß der Untote einen markerschütternden Schrei aus. Merle wich erschrocken auf ihre Matratze zurück. Totenstille, dann hörte sie sämtliche Walker das Weite suchten.
Der Doc bleib stehen und beobachtete die abziehende Meute, die langsam schlurfend in die Nacht verschwanden. Merle sah ihre Chance drehte sich auf den Bauch und versuchte leise davon zu krabbeln. Nur schnell weg von diesem Monster.
Sie war grade mal mit dem Oberkörper von den Matratzen gerutscht als sich der Doc zu ihr umdrehte. Panische sprang sie auf und wollte zur Tür. In einer Geschwindigkeit die man für unmöglich gehalten hätte war der Doc jedoch bei ihr, packte sie knurrend von hinten und hob sie hoch. Strampelnd, fluchend und sich wie ein Wurm windend, wurde sie wieder zu der Matratze befördert. Im Gegensatz zum ersten Mal legte er sie sanft ab, Merle nutzte die Gelegenheit und trat in Richtung seines Kopfes. Knurrend fing der Doc ihren Fuß ab und nutzte seine Kraft um sie auf den Bauch zu drehen. Unter ihre lauten Protesten setzte er sich wieder auf sie drauf, nun mit dem Gesicht zu ihren Füßen. Langsam wurde ihr eines Bein angewinkelt, sie versuchte gegenzusteuern, doch sie hatte nicht die Kraft dafür. Was sie nicht sah, war, dass der Mund vom Doc sich am Unterkiefer spaltete. Er brachte seinen Kopf immer näher an ihren Fuß in Position. Sein Mund war komplett zahnlos, anstatt Zähne war sein Mund mit zahlreichen kleinen, rauen Zungen ähnlichen Schnüren bestückt. Diese bahnten sich nun einen Weg zu dem, vor ihnen zuckenden, nackten Fuß.
Komplett unvorbereitet keuchte Merle auf und fing dann aus vollem Hals an zu lachen. Die Zungen des Doc zogen ihre Zehen auseinander, um in die Zwischenräume zu kommen, die kleinen Schnüre huschten und schlängelten sich über ihre nackte Sohle. Sie trommelte mit den Fäusten hilflos vor sich auf die Matratze. Ein weiterer Schrei von ihr durchschnitt die Luft. Der Doc hatte unbemerkt das zweite Bein angewinkelt und malträtierte nun auch ihren zweiten Fuß. Das war zu viel. Merle, schreiend und sich schüttelnd vor Lachen, versuchte, der Tortur zu entkommen. Ein ohrenbetäubender Knall und ein Brüllen unterbrachen plötzlich die Prozedur. Der Doc ließ sie augenblicklich frei und sprang auf. Merle lag völlig erschöpft auf dem Bauch, unkontrolliert zitternd versuchte sie sich aufzurichten. Ihr Peiniger stand mit dem Rücken zu ihr, seine Finger zuckten er wirkte irgendwie nervös. Dann wieder ein Brüllen, diesmal näher!
Der Doc drehte sich um und sammelte die Schuhe und Socken in einer fließenden Bewegung auf. Merle war verwirrt und bekam keinen klaren Gedanken zusammen. "Geeehfaaahr!", röchelte der Untote. Merles Augen wurden groß und ihr klappte der Mund wortlos auf. Sanft, fast liebevoll hob er sie hoch. Sie drückte immer noch perplex ihre Schuhe und Socken an sich und schaute ihn ungläubig an. Der Doc steuerte den Flur mit schnellen Schritten an. Ein Knall, Gebrüll und ein Brocken durchbrach die verschlossene Doppeltür und stand keine fünf Meter vor den beiden im Flur. Der Doc brüllte ebenfalls und rannte in das Treppenhaus. In einer dem Untoten nicht anzumutenden Geschwindigkeit, erklomm er die Stufen bis in das vierte Stockwerk. Kaum dass sie den Flur im vierten Stockwerk betreten hatten, hörten sie das Brüllen vom Brocken und das Ächzen der maroden Metalltreppe. Liebevoll und schnell legte er Merle vorsichtig auf den Boden strich ihr mit einem Finger vorsichtig durchs Gesicht und ging zurück ins Treppenhaus, er drehte sich noch einmal um und schaute ihr fest in die Augen, dann sprang er in den Tumult nach unten.
Ein Lautes bis ins Mark erschütternde Brüllen war zu hören, man hörte Kampfgeräusche und ein Brüllen das plötzlich abriss. Im selben Moment spürte Merle eine Vibration im Boden bis mit lautem knarrendem Geräusch und einem Rumpeln das Treppenhaus in sich zusammenfiel. Zitternd saß sie an der Wand. Kreidebleich zog sie sich langsam ihre Socken und Schuhe wieder an. Mit stark wackelnden Knien stand sie langsam auf. Unsicher schleppte sich die junge Frau in Richtung Treppenhaus. Fassungslos hielt sie vor dem Loch inne. Ein Blick in den Trümmerhaufen unter ihr, zeigte das der Doc einen seiner Finger dem Brocken, wie ein Speer, durch den Hals ins Hirn gerammt hatte und dieser im Umfallen die Treppe mit sich gerissenen hatte. Er hatte ihr das Leben gerettet! Doch von ihrem Retter war keine Spur zu sehen, auch keine Leiche.
Merle drehte sich langsam um und wankte immer noch etwas verwirrt und unter Schock in den unbekannten Flur. Mit leicht zitternden Fingern schloss sie die Jacke. Sie ging in den ersten Raum in dem neuen Flur, ein kleines Büro, setzte sich auf einen alten Stuhl und schaute aus dem Fenster. Sie konnte nicht glauben was passiert war. Auch wenn er sie gefoltert hatte, sie schuldete ihm ihr Leben.
Langsam beruhigte Merle sich wieder und wurde sich bewusst, dass sie im Nachhinein und aus ihrem jetzigen Blickwinkel echt Glück gehabt hatte und das Kitzeln sie zwar an die Grenzen gebracht hatte, es aber besser war, als zu sterben. Sie blieb noch einige Zeit sitzen und erholte sich von den Strapazen, doch bald darauf stand sie auf, um das Stockwerk in Augenschein zu nehmen. Einen Raum weiter war ein umgekippter Tisch und ein altes Sofa aus Kunstleder. Sie ging weiter. Im nächsten Raum sah sie ihre Möglichkeit, aus dem Gebäude zu fliehen: Genau an diesem Büro schloss das benachbarte Dach des Nebengebäudes an. Sie musste unwillkürlich lächeln. Jetzt musste sie es nur unbeschadet in den Unterschlupf schaffen. Optimistisch ging sie in den Raum mit dem Sofa, prüfte ob sich die Tür schließen ließ, was einwandfrei funktionierte. Sie schloss die Tür und schob den umgekippten Tisch unter die Klinke. Dann legte sie sich aufs Sofa. Kaum, dass sie die Augen geschlossen hatte war sie auch schon vor Erschöpfung eingeschlafen.
Draußen auf dem gegenüberliegenden Dach stand jemand im Schutz der Schatten. Die eine Hand hielt die andere Hand fest umklammert, der Zeigefinger fehlte und sirupartiges Blut tropfte auf das Dach. Bevor die Kreatur ins Dunkel verschwand leuchteten rote Augen auf im Licht der aufgehenden Sonne.